Zentrales Diensthundwesen

Jeder kennt die Filmserie „Kommissar Rex“, aber wo werden in Niedersachsen die „Partner mit der kalten Schnauze“ mit ihren zweibeinigen Kollegen für die Polizei eigentlich ausgebildet? Die Antwort lautet, beim Zentralen Diensthundwesen (ZDHW), welches der ZPD angegliedert ist.

Das ZDHW setzt sich derzeit aus dem Leiter, acht Lehrkräften für besondere Aufgaben, einem Ankäufer und zwei Verwaltungsangestellten zusammen.

Standort

Wir haben unseren Standort in Ahrbergen bei Hildesheim (siehe Kartenausschnitt) und bilden hier die neuen Diensthund-Diensthundführer-Teams aus und fort. Auf rund 42.000 Quadratmeter Fläche findet man alles, was zur Vorbereitung auf den täglichen Dienst benötigt wird.


Aufgaben

Ob es um das Aufspüren von Straftätern, die Suche nach Vermissten, Beweismitteln, Rauschgift, Sprengstoff, Leichen und Brandbeschleunigern geht, die Aufgabenbereiche von Diensthunden sind vielseitig und oft ist der Vierbeiner der Schlüssel zum polizeilichen Erfolg.


Diensthundankauf

Doch bis zum ausgebildeten Diensthund ist es ein langer Weg: Nach einer Bewerbung durch den Besitzer (Verkäufer), erfolgt ein Vorstellungsgespräch, bei dem eine Überprüfung durch den Ankäufer des ZDHW durchgeführt wird. Hierbei wird der potenzielle Diensthund auf die wichtigsten Eigenschaften überprüft. Dazu zählen sein Umweltverhalten, das Spielverhalten und natürlich seine Unerschrockenheit. Bei einem positiven Befund, folgt eine tierärztliche Untersuchung. Sind beide Hürden überwunden, zieht der Hund in sein neues Zuhause und wird seinem zukünftigen Diensthundführer (DHF) übergeben.


Ausbildung zum Diensthund

Ab jetzt beginnt die arbeitsintensive Zeit. Mit einer vierwöchigen Basisausbildung, die jeder neue DHF mit seinem Diensthund durchlaufen muss, startet die Ausbildung beim ZDHW. Anschließend gehen die Teams zur Schutzhund-Grundausbildung zurück in ihre Polizeidirektionen. Nach der Grundausbildung kehren sie zu einer sogenannten Zulassungsprüfung zum ZDHW zurück.

Basisausbildung für Diensthundführer/-innen und Diensthunde

Zentrales Dienshundwesen Niedersachsen  
Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Unterricht des Basisseminars
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Weitere Unterrichtssequenz des Basisseminars
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Praktische Übung auf dem Trainingsgelände
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Praktische Übung auf dem Trainingsgelände
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Praktische Übung auf dem Trainingsgelände
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Praktische Übung auf dem Trainingsgelände
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Praktische Übung auf dem Trainingsgelände
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Konzentrationsübungen für den Hund
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Training mit Beißkorb

Einsatz von Polizeihunden

Jetzt ist es offiziell und der DHF darf seinen Hund im täglichen Dienst als rechtlich eingeordnetes „Hilfsmittel der körperlichen Gewalt“ einsetzen. Somit darf der Diensthund z. B. bei Tätersuchen, Personenkontrollen, Demonstrationen eingesetzt werden und bei Bedarf mit vollem Körpereinsatz seinem DHF sowie den anderen zweibeinigen Kollegen zur Seite stehen.

Haben Diensthund und DHF die bisherigen Hürden erfolgreich absolviert, folgt auch schon die nächste Herausforderung. Das Team muss jetzt zeigen, was sonst noch alles in ihm steckt. Unter unterschiedlichen Bedingungen muss der Vierbeiner jetzt seine Nase benutzen und ihm gestellten Hindernisse, wie z. B. glatte/wacklige Untergründe, Ablenkungen (Krach, Futter, Dunkelheit) sowie Arbeiten ohne seinen DHF zu seinem Spielzeug überwinden.

Dadurch wird festgestellt, ob sich das Team zu einer weiteren Ausbildung zu einem Spezialhund eignet. Verläuft der Test positiv, heißt es wieder die Schulbank drücken.

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Rauschgiftspürhund bei einer Trainingseinheit
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Belohnung nach absolvierter Übung
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Durchlaufen einer Menschengruppe
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Gehorsamssequenz
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Wachsamkeit
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Diensthund stellt eine Person

Spezialhunde

Aktuell werden beim ZDHW folgende Spezialhundbereiche ausgebildet:

  • Rauschgiftspürhund (auch als reiner Spürhund ohne Schutzhundausbildung)
  • Sprengstoffspürhund (auch zur Waffensuche)
  • Leichenspürhund (Zusatzqualifizierung Wassersuche möglich)
  • Banknotenspürhund
  • Brandmittelspürhund
  • Fährtenhund

Lehrgänge

Die Lehrgänge dauern vier bis zwölf Wochen und enden - wie sollte es anders sein - mit einer Abschlussprüfung. Anschließend gehen die Teams wieder in ihre Polizeidirektionen und kehren von nun an regelmäßig zu Fortbildungen zum ZDHW zurück.


Kooperationen

Neben dem Aus- und Fortbildungsgeschäft gibt es enge Kooperationen und fachlichen Austausch mit den Diensthundführern der Justiz, den Diensthundschulen der anderen Bundesländer, der Bundespolizei sowie dem Zoll. Aber auch international ist das ZDHW tätig, so findet derzeit eine Zusammenarbeit zwischen dem ZDHW, den Carabinieries Italien und dem State Police College Lettland statt.

Zentrales Dienshundwesen Niedersachsen  
Zusammenarbeit mit der Justiz
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Zusammenarbeit mit der Justiz
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State Police College Lettland
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Besuch aus Lettland - State Police College Lettland
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State Police College Lettland
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State Police College Lettland
Informationen zum Einsatz von nichtpolizeilichen Rettungshunden

Bei einem Einsatz bzw. bei einer Zusammenarbeit von nichtpolizeilichen Rettungshunden und Mantrailern ist eine entsprechende Zulassung erforderlich. Weitere Voraussetzungen sowie eine Liste mit Erreichbarkeiten zur Zertifizierung von Rettungshunden erhalten Sie nachfolgend:

 Allgemeine Voraussetzungen
(PDF, 0,26 MB)

 Organisationen mit Alarmierungsliste
(PDF, 0,14 MB)

Kontakt

Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen
Abteilung 2 - Zentrales Diensthundwesen
Leibnizstraße 25
31180 Ahrbergen
Telefon: 05066 7073-0

Artikel-Informationen

erstellt am:
09.01.2019
zuletzt aktualisiert am:
06.11.2020

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