Auslandsmissionen der Polizei Niedersachsen

Die niedersächsische Polizei beteiligt sich seit 1994 im Rahmen von internationalen Friedensmissionen der UN und der EU sowie aufgrund bilateraler Vereinbarungen der Bundesrepublik Deutschland an Auslandsmissionen.
Im Kern geht es um den Aufbau, bzw. die Beratung und Kontrolle der lokalen Polizeien mit dem Ziel, die Achtung von Grund- und Menschenrechten sowie eine unparteiische Amtsausübung sicherzustellen. Die Ausübung der Exekutivgewalt in Missionen stellt daher eher die Ausnahme dar.

Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten werden im Rahmen ihrer Missionen mit belastenden Arbeits- und Lebensbedingungen konfrontiert, die mit den heimischen Verhältnissen nicht vergleichbar sind. Sie stehen bei ihrer Arbeit häufig im Brennpunkt ethnischer, religiöser und sozialer Konflikte aber auch in innerstaatlichen Spannungsfeldern, die durch Kriminalität, Elend und Vertreibung gekennzeichnet sind. Fachliche Kompetenz, ein hohes Engagement, Anpassungsfähigkeit und diplomatisches Geschick sind daher Grundvoraussetzung für den freiwilligen Einsatz in internationalen Friedenseinsätzen.

Niedersachsen hat von 1994 bis heute (Stand: April 2015) 505 Polizeivollzugsbeamte, davon 31 Beamtinnen, in die nachfolgenden Missionsgebiete entsandt:

Kosovo (193), Bosnien-Herzogowina (129), Afghanistan (152), Albanien (5), Georgien (6), Liberia (5), Sudan (7), Mazedonien (2), Palästinische Autonomiegebiete (2), Dschibuti (1), Jemen (1) und Libyen (1).

Die Koordinierung der Einsätze sowie die Betreuung der niedersächsischen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten erfolgt durch die „Koordinierungsstelle Auslandsverwendungen" im Personaldezernat der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen.

Vor einer Missionsbeteiligung müssen sich Bewerberinnen und Bewerber einem dreitägigen Auswahlverfahren (ärztliche Untersuchung, Sporttest, Englischtest und Auswahlgespräch) unterziehen. Anschließend erfolgen umfangreiche Vorbereitungs- bzw. Qualifizierungsmaßnahmen wie Englischseminar, Basisvorbereitung, missionsspezifisches Vorbereitungsseminar oder ein Angehörigenseminar.

Die umfangreiche Betreuung vor und während der Mission setzt sich auch nach deren Ende fort. Zeitnah nach der Mission erfolgen das Debriefing (persönliches Einzelgespräch), das Nachbereitungsseminar sowie nochmals ein Angehörigenseminar.

Gruppenbild mit Kindern
Kontakt


Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tannenbergallee 11
30163 Hannover

Telefon: 0511 9695-0

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